Ich habe hier angedeutet, dass ich für eine grosse Unternehmensberatung als Berater mich verdinge. Fiktion oder Wahrheit? Das überlasse ich gerne den Leserinnen und Leser, um ausnahmsweise zu gendern. Damit man mich beruflich besser einordnen kann, möchte ich hier meinen Lebenslauf kurz zusammenfassen.
Die erste Schule
Ich war an unterschiedlichen Schulen. Es gilt ja die allgemeine Schulpflicht. Ich ward dieser nicht entbunden. Aber zeitweise habe ich Mühe bekundet, dieser Pflicht nachzukommen. Ich war kein strebsamer Schüler. Stattdessen habe ich die Schule als Bühne wahrgenommen: meine Bühne. Ich war dort, um zu spielen. Ich beherrschte unterschiedliche Rollen.
Der erste Beruf
Ich habe früh bereits gearbeitet. Vermutlich zu früh. Aber das schien damals «normal». Wir alle mussten Geld verdienen. Ich habe das Geldverdienen zeitweise priorisiert. Ich habe irgendwas mit Computer gemacht. Das war damals angesagt, man konnte so leicht Geld verdienen. Ich war wohl der Einäuge unter den Blinden.
Die erste Ausbildung
Ich liess mich klassisch ausbilden. Ein klassischer Meister führte mich klassisch ein. Er stellte mich vor, er empfahl mir zusätzliche Literatur; er erklärte mir, wie die Dinge so seien. Ich war auch sein verlorener Sohn – oder den Sohn, den er niemals aufwachsen sehen werde, weil er noch zu früh sterben werde. Ich lernte viel und bin dankbarst.
Die erste Kunst
Ich fühlte mich als Künstler. Ich war und bin Künstler. Ich habe mich in meine Szene verkrochen. Ich habe theoretisiert, schwadroniert. Ich habe Manifeste formuliert. Ich habe allerdings schlecht als recht verdient. Weder Ruhm noch Ehre, bloss einige weibliche Fans.
Der erste richtige Beruf
Ich war jung und brauchte das Geld. Man sah Potential. Abermals. Ich habe mich durchgesetzt. Ich habe beeindruckt. Ich stieg auf. Ich konnte mich ausdrücken und bewegen. Ich konnte auch brillieren. Der Kater besänftigte mich indes; dadurch wurde ich nicht zu übermütig und schien begrenzt.
Die erste Weiterbildung
Sobald im Beruf, torchelte ich durch alle Weiterbildungen, die ich fand. Sie waren zeitlang vollumfänglich steuerlich abzugsberechtigt, bis sie irgendwann gedeckelt wurden. Ich war hier und dort, lernte Menschen kennen. Ich habe wieder eine grosse Bühne entdeckt, zuweilen auf grossen Bühnen die Welt erklärt.
Die weiteren beruflichen Kapiteln überlasse ich den gehässigten Kommentatoren.
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